Stechapfel

Den Stechapfel (Datura) gibt es weltweit in rund 20 verschiedenen Arten und gehört zu den Nachtschattengewächsen. Ausnahmslos sind alle 20 Arten stark giftig. Der Stechapfel ist eine einjährige Pflanze und kann bis zu 2m hoch werden. Der Stechapfel wächst bis auf subpolare und polare Klimazonen überall. Heutzutage wird der Stechapfel meist als Zierpflanze eingesetzt, da die Blüten der Datura sehr schön sind. Öffentliche Stellen nehmen aber immer weiter Abstand von der Nutzung, da Datura extrem giftig sind.

Aus den Blüten entstehen viergeteilte Kapseln. Sie sind eiförmig und bis 4 cm lang und bis 3 cm breit. Die Stacheln auf den Früchten sind nahezu gleichmäßig verteilt. Mit Einsetzen der Reife öffnet sich die Kapsel von oben her und gibt bis 500, einige sogar bis zu 800 schwarze, nierenförmige Samen frei. Die Tausendkornmasse beträgt 9 ± 2 g. Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Tierstreuung.

In frühen amerikanischen Kulturen hatte der Stechapfel medizinische und zeremonielle Bedeutung. Seit Jahrtausenden werden Stechäpfel als Heilkraut verwendet, z.B. das Rauchen getrockneter Stechapfelblätter wurde zur Linderung bei Asthma eingesetzt. Neben der medizinischen Verwendung wird und wurde der Stechapfel als Rauschmittel eingesetzt. Der Stechapfel war Hauptbestandteil bei der weltweit ersten unter Narkose durchgeführten Operation. Der Stechapfel wird heute immer seltener in der Medizin eingesetzt, da die Schulmedizin wirksamere und sicherere Medikamente zur Verfügung hat.

Der Konsum von Teilen der Datura kann schwere, kaum steuerbare Halluzinationen hervorrufen, die zu Horrortrips führen und in Selbstverletzung enden können. Konsumenten berichteten, dass im Gegensatz zu „herkömmlichen“ Drogen der Stechapfel äußerst unangenehme Rauschzustände ausgelöst hat. Die Wirkung kann je nach Dosierung mehrere Tage bis mehrere Wochen anhalten. Die Spanne zwischen wirksamer und tödlicher Dosis ist sehr schmal. Auch ist jede Pflanze anders und auch innerhalb der Pflanze selbst schwankt der Wirkstoffgehalt. Allein das macht eine sichere Dosierung quasi unmöglich, so dass leicht schwere bis tödliche Vergiftungen auftreten können. Vergiftungssymptome sind u.a. Hautrötung, trockener Mund, Unruhe, Schläfrigkeit / Halluzinationen, Verwirrtheit, Pupillenerweiterung, Herzrhythmusstörungen und komatöse Zustände, Bewusstlosigkeit und bis hin zum Tod durch Atemlähmung.

Die beiden Alkaloiden Giftstoffe im Stechapfel sind Hyoscyamin und Skopolamin. Hyoscyamin findet als Teil von Atropin in der Medizin Verwendung, Skopolamin wurde bis in die 1950er Jahre unter anderem als Wahrheitsserum eingesetzt. Die tödliche Dosis für den Menschen liegt bei etwa 100 mg bei beiden Stoffen. Die Injektion von 1 mg unter die Haut hat dieselbe Wirkung. Die Wirkstoffe werden sehr schnell über den Verdauungstrakt aufgenommen, können aber auch schnell durch einatmen (Rauchen) und zu guter letzt dem bloßem Hautkontakt in den Körper gelangen.




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